Kirche Kunterbunt

Am 23. Januar fand die erste Kirche Kunterbunt in der KITA Veilchenweg statt.

 „Einfach spitze, dass du da bist“

schallte es aus gut 100 Kehlen, und bei der Strophe „Einfach spitze, lasst uns hüpfen“ sprang Pfarrer Johannes Hartmann wie einst Hans Rosenthal bei Dalli Dalli in die Höhe.

Er hatte aber auch allen Grund dazu: Die erste „Kirche Kunterbunt“ in der Kindertagesstätte Veilchenweg auf der Tailfinger Langenwand war ein voller Erfolg. Zur kunterbunten Kirche gehören neben einem familiengerechten Gottesdienst auch Möglichkeiten zum kreativen Auseinandersetzen mit dem Thema und gute Begegnungen beim gemeinsamen Essen, zu dem viele Eltern etwas beigesteuert hatten.

 

„Eine Familie für alle. Jesus verbindet die Generationen“ war das Thema des ersten Treffens, das ein Vorbereitungsteam, bestehend aus Eltern, Erzieherinnen und Mitarbeitern der Evangelischen Kirchengemeinde, aufbereitet hatten.
Zunächst war „Ankommen“ angesagt, persönlich wurden Jung und Alt am Eingang durch KiTa-Leiterin Ute Digeser und Pfarrer Johannes Hartmann begrüßt. Letzterer war sehr erfreut, wie gut das neue Konzept angenommen wurde, das deutschlandweit unter dem Titel Kirche Kunterbunt firmiert und sich eigentlich eher an Familien mit etwas älteren Kindern wendet.
Doch bei der Tailfinger Variante waren auch viele Kleinkinder dabei, die mit großen Augen das Geschehen betrachteten oder tapsige Schritte im Bewegungsparcours unternahmen. Große Anziehung übte auf die Kleinen auch der Musik-Workshop aus, Rhythmusinstrumente aller Art wurden begeistert ausprobiert.
Eltern bastelten mit ihren Kindern. Auch Bilder der eigenen Familie wurden gemacht – mit Foto und mit Farbstiften, und viele beteiligten sich an den Überlegungen, wie Glaube in der Familie thematisiert werden kann, zum Beispiel durch Gebete.  Einige Kinder bauten für den Gottesdienst einen Tempel auf, der große Ähnlichkeit mit Pippi Langstrumpfs Villa aufwies.

Vor diesem saß in der biblischen Geschichte, die Eltern und Erzieherinnen spielerisch darstellten, der alte Simeon, der laut dem Neuen Testament auf die Begegnung mit dem Messias wartete. Maria und Josef bringen das Jesuskind der Tradition folgend in den Tempel, um ihn segnen zu lassen.
Pfarrer Hartmann knüpfte damit an die gerade vergangene Weihnachtszeit an, erzählte von dem betagten Priester und band immer wieder die Kinder mit ein. Auf die Frage: „Wie alt ist man, wenn man uralt ist?“ antwortete ein Knirps postwendend mit „42!“, bei den Liedern waren Kinder, Eltern und Großeltern mit Feuereifer dabei. Andächtig war die bunte Gemeinde beim Vaterunser, auch wenn sonst während des Gottesdienstes etwas Unruhe im Raum war, sicherlich dem Alter der Kleinen geschuldet.
Daher hatte man vor Vorneherein geplant, den Gottesdienst nicht länger als 25 Minuten dauern zu lassen.

 

„Ein Konzept ganz nah am Kind“ nannte es denn auch Kita-Leiterin Ute Digeser. Aber auch für Eltern, die nicht zu den klassischen Gottesdienstgängern am Sonntagmorgen gehören, eine gute Sache, um sich mit Familie und Glaube auseinanderzusetzen. Die Frage eines kleinen Mädchens an die Mutter, wo denn nun hier die Kirche sei, konnte jedenfalls beantwortet werden: Hier, mitten unter den Menschen.

 

Susanne Conzelmann

 

 

 

 

Weitere Informationen zur Kirche Kunterbunt finden Sie
hier