Ines Allmann - Theologiestudentin im Praktikum

Aus dem universitären Elfenbeinturm in Tübingen durfte ich, Ines Allmann, am 28.09.2020 mein Gemeindepraktikum im Rahmen meines Studiums hier in Albstadt-Tailfingen beginnen.

Vom Turm auf die Alb

Aus dem universitären Elfenbeinturm in Tübingen durfte ich, Ines Allmann, am 28.09.2020 mein Gemeindepraktikum im Rahmen meines Studiums hier in Albstadt-Tailfingen beginnen.

Als hessisches Flachlandkind aufgewachsen und seit März (direkt vor dem Lockdown) im Schwabenland gelandet. Nun ist Ammerbuch-Pfäffingen mein Zuhause geworden, wo ich zusammen mit meinem Partner lebe. Wir studieren beide evangelische Theologie auf Pfarramt und ich wollte vor dem Abschluss noch ein Praktikum machen. Durch ein Vergabesystem der Uni habe ich die folgende Nachricht erhalten: „Albstadt-Tailfingen. Pfarrer und Mentor: Johannes Hartmann“. Eine kurze Nachricht mit viel Inhalt: Erstmal googeln, wo der Ort ist, dann den Pfarrer und dann die Gemeindeseite. Ich dachte zu Beginn es sei eine nette kleine Gemeinde, doch hier „goat einiges“ wie ich selbst tagtäglich erleben darf.

Seit Ende September darf ich nun die Praktikantin von Johannes Hartmann sein und wurde liebevoll auf dem Hohberg von Familie Gotthold aufgenommen.  Zwischen dem Gefühl Heidi zu sein und mitten im Wald zu leben war meine erste „Integrationsaufgabe“ auf der Alb die Sprache. So war die erste Lektion, die ich gelernt habe: „schwäbisch schwätze müssetse foi scho noch lärne“. Genau das versuche ich auch! Mittlerweile verstehe ich sehr viel, doch eine kleine Anekdote aus dem Alltag möchte ich hier mit Ihnen teilen.

Am Freitag, den 2.10. haben wir uns in Onstmettingen mit den KonfirmandInnen in der Kirche getroffen. Am Ende, kurz bevor wir weiter fahren wollten, kam eine ältere Frau mit ihren Erntedank-Gaben in der Kirche vorbei. Sie erzählte ausführlich von Gegebenheiten und Geschichten aus dem Tafelladen. Irgendwann kam zwischendrin die Aussage von Pfr. Hartmann: „Woischt du, was ä G’sälz isch?“ Ein kurzes Nicken meinerseits brachte die Dame zum Stoppen und Johannes Hartmann erklärte ihr, dass ich nicht von hier komme und kein schwäbisch kann. Daraufhin schmunzelte sie und sagte mit leichtem schwäbischen Akzent und sehr betonend langsam: „Ja, hochdeutsch können wir auch. — abbr wir mochäts ede, des schwäbische isch halt oifach a weltsproach.“

Mit diesen Worten war für mich Lektion 1 sowie die erste Woche des Praktikums vorbei. Dennoch zeigt mir Ihre liebevolle und herzliche Art eines: hier auf der schwäbischen Alb ist jeder willkommen. Herzlichen Dank dafür und a bissle schwäbisch ko isch ja scho a.. ;)

 

Ihre Ines Allmann